22 Einige Unternehmen und gemeinnützige Gruppen treiben die Entwicklung sich selbst verstärkender mRNA Impfstoffe voran Diese enthalten alles was in einem herkömmlichen mRNA Impfstoff enthalten ist sowie alle Gene die für die mRNA Replikationsmaschine kodieren Diese Kombination von Genen ermöglicht es einem Strang synthetischer mRNA tausende Kopien der in Frage stehenden mRNA zu erzeu gen sagt Jeffrey Ulmer Leiter der präklinischen Forschung für Impfstoffe bei GlaxoSmithKline in Rockville Maryland Dieser Amplikationseffekt so betont er gibt einem die Mög lichkeit eine viel stärkere Immunantwort mit der gleichen Dosis RNA zu erreichen alternativ benötigen Sie viel weniger mRNA um einen gleichwertigen Immunschutz zu erhalten So berichteten BioNTechs Wissenschaftler in Zusammen arbeit mit Immunologen des Imperial College London dass Mäuse mit nur 1 25 Mikrogramm sich selbst verstärkender mRNA vollständig vor Grippe geschützt werden konnten einen kleinen Bruchteil der 80 Mikrogramm eines her kömmlichen mRNA Impfstoffs der benötigt wird um den gleichen Effekt zu erzielen Ende letzten Jahres arbeiteten Wissenschaftler des Imperial College mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations einer öffentlich privaten Partnerschaft mit Sitz in Oslo um ihre Plattform sich selbst verstärkender mRNA zur Herstellung von Impfstoffen gegen Tollwut das Marburgvirus und das H1N1 Grippevirus voranzutreiben Neben Impfstoffen können mRNA Technologien eingesetzt werden um die fehlenden oder defekten Proteine zu produ zieren die für eine ganze Reihe von Krankheiten verantwort lich sind Viele Unternehmen darunter Translate Bio aus Lexington Massachusetts treiben diese Art der regenerativen Medizin voran Aber wie Richard Wooster Chief Scientific Officer von Translate Bio betont ist es äußerst schwierig korrigierende mRNA Medikamente auf die gewünschten Organe und Zelltypen im Körper oder auf Krebszellen aus zurichten Darüber hinaus haben die Wissenschaftler immer noch Schwierigkeiten chemische Formulierungen für die mRNA zu entwickeln die unerwünschte Immunreaktionen auf die Moleküle vermeiden Impfstoffe werden durch diese technische Komplexität nicht eingeschränkt Bei einer Impfung erhalten Sie eine systemische Wirkung sodass Sie nicht unbedingt ein spezifisches Gewebe Targeting benö tigen sagt Wooster dessen Unternehmen 2018 mit Sanofi Pasteur aus Paris einen Vertrag zur Entwicklung von mRNA Impfstoffen für bis zu fünf Krankheitserreger abgeschlossen hat Da das Ziel eines jeden Impfstoffs darin besteht eine Immunaktivierung auszulösen wird die Nei gung der im Labor gefertigten mRNA das Immunsystem anzuschalten und damit als sein eigener immunologischer Verstärker zu agieren zu einer wertvollen Eigenschaft nicht zum Problem Die meisten der bisher entwickelten mRNA Impfstoffe konzentrieren sich auf Krebs und Infektionserkrankungen Aber BioNTech hält auch die Patentrechte an einer mRNA Plattform zum Schutz vor Allergenen wie Gräserpollen und Hausstaubmilben Ich glaube es wäre eine sehr elegante Möglichkeit Allergien zu verhindern sagt Richard Weiss Immunologe an der Universität Salzburg der an der Ent wicklung der Technologie mitgewirkt hat Sein Team zeigte dass die mRNA basierte Immunisierung Mäuse vollständig vor Allergien gegen Wiesen Lischgras schützen kann einen häufigen Auslöser von Heuschnupfen Alle Unternehmen müssen jedoch strategische Prioritäten setzen und BioNTechs Produkte sind bis auf Weiteres fest in der Onkologie verankert b i o n t e c h e i n b e t e i l i g u n g s u n t e r n e h m e n d e r m i g f o n d s

Vorschau Gemeinsam große Schritte gehen Seite 24
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