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02.12.2009
FTD: Der Bio-Ingenieur
Nach dem Abitur wollte Holger Zinke Häuser bauen. Heute konstruiert der Chef des Biotechunternehmens Brain Enzyme und Proteine, die industrielle Prozesse effizienter machen
Sein Unternehmen Brain AG im hessischen Zwingenberg hat sich auf das Screening von Mikroorganismen spezialisiert. Mit selbst entwickelten Maschinen und Methoden untersucht die Biotechfirma das Genmaterial der Einzeller, pflanzt die Erbschnipsel robusten Kolibakterien ein und schafft so gentechnisch modifizierte Enzyme oder Proteine, die industrielle Prozesse effizienter, einfacher und energiesparender machen.
Längst steht der Brain-Chef nicht mehr selbst am sterilen Labortisch im Untergeschoss und pipettiert Erbmaterial auf Petrischalen. Er kümmert sich um die zahlreichen Kooperationen mit Partnern aus der Industrie. Ob BASF, DSM oder Evonik – fast alle wichtigen Spieler in der Chemiebranchenutzen heute das Know-how der hessischen Biotechschmiede.
Das Interesse der Konzerne an nachhaltigen Lösungen ist groß, seit viele Rohstoffe immer teuerer und knapper werden. Und so wächst Brain mit Raten zwischen 20 und 30 Prozent und erzielte zuletzt rund 6 Mio. € Umsatz. Mit dem Aufbau einer eigenen Produktion von Wirkstoffen will Zinke demnächst in eine neue Dimension vorstoßen.
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