MIG Fonds beteiligen sich an einer 35 Millionen Euro Finanzierung an TIBEAY Biosciences
2026 / 15.04.2026
MIG Fonds beteiligen sich an einer 35 Millionen Euro Finanzierung des niederländischen Start-ups TIBEAY Biosciences
- Das Biotechnologie-Unternehmen TIBEAY entwickelt mit Ronopterin ein Medikament zur gezielten Behandlung des sekundären Hirnschadens bei Patientinnen und Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma (SHT).
- Die Finanzierung unterstützt die Durchführung einer europäischen, multizentrischen Phase 3b Studie für Ronopterin und die Einreichung eines Zulassungsantrages bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA.
- Ronopterin ist ein First-in-Class-Wirkstoff, der die induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase (iNOS) hemmt und damit die sekundäre Hirnschädigung nach einem SHT adressiert.
MIG Fonds, einer der führenden deutschen Wagniskapitalgeber, gab heute bekannt, sich an einer Finanzierung der TIBEAY Biosciences B.V., Nijmegen, Niederlande, zu beteiligen. Die MIG Fonds 4, 6, 12, 17 stellen derzeit 2,5 Millionen Euro für das Startup bereit und beabsichtigen die Beteiligung zukünftig noch zu erhöhen. TIBEAY ist ein klinisches Biotechnologieunternehmen mit Fokus auf innovative Therapien für akute neurologische Erkrankungen. Der erfolgreiche Abschluss der Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro wird von der Münchner Athos KG angeführt. Beteiligt sind zudem die niederländischen Investoren Meneldor und Oost NL.
TIBEAY entwickelt ein Medikament für eine bislang ungelöste Herausforderung. SHT, etwa als Folge schwerer Unfälle, zählt weltweit zu einer sehr häufigen Todesursache und können zu langfristigen Behinderungen führen. Schätzungen zufolge treten jährlich weltweit rund 50 Millionen neue Fälle auf, wovon etwa zehn Prozent als schwerwiegend eingestuft werden. Allein in Europa kommt es zu rund 1,5 Millionen jährlichen Krankenhausaufnahmen. Für die Betroffenen und ihre Familien bedeutet dies häufig lebenslange Einschränkungen mit erheblich beeinträchtigter Lebensqualität und Selbstständigkeit. Bislang existieren keine zugelassenen pharmakologischen Therapien, die gezielt den fortschreitenden Schaden bei schwerem SHT adressieren.
Während die primäre Schädigung unmittelbar durch das Trauma entsteht, wird ein wesentlicher Teil der neurologischen Folgeschäden durch sekundäre Prozesse verursacht, insbesondere durch die Bildung zellschädigender reaktiver Sauerstoff- und Stickstoffradikale.
Mit dem Medikament Ronopterin verfolgt TIBEAY den Ansatz, die induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase (iNOS), selektiv zu hemmen. Nach einer Hirnverletzung wird iNOS verstärkt exprimiert und trägt zur Bildung neurotoxischer Sauerstoff- und Stickstoffradikale bei. Durch diese selektive Hemmung von iNOS reduziert Ronopterin den sekundären Hirnschaden und verbessert den neurologischen Zustand und damit die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten mit schwerem SHT.
Die nun eingeworbenen finanziellen Mittel werden für eine geplante Phase 3b Studie eingesetzt. Diese baut auf den bisherigen klinischen Erkenntnissen auf und wird Betroffene mit akutem schwerem SHT in mehreren europäischen Ländern einschließen. Das Studiendesign wurde auf Basis früherer klinischer Erkenntnisse weiter optimiert und konzentriert sich auf einen frühen Behandlungsbeginn und eine gezielte Patientenselektion. Die zulassungsrelevante Phase 3b Studie ist die Grundlage für die Einreichung des Antrages auf Marktzulassung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA.
Neben der klinischen Entwicklung des First-in-Class-Wirkstoffes Ronopterin werden die Mittel auch für die Herstellung des Prüfpräparats, die Sicherstellung der Lieferkette sowie für regulatorische und operative Vorbereitungen im Hinblick auf eine mögliche Zulassung in Europa eingesetzt. Darüber hinaus werden ausgewählte vorbereitende Aktivitäten zur Unterstützung eines zukünftigen Marktzugangs initiiert.
Was TIBEAY für MIG Capital besonders attraktiv macht, ist das vielsprechende Potenzial von Ronopterin. Der Wirkstoff erlaubt es, in einem bislang unbesetzten, klar definierbaren Marktsegment einen neuen Standard zu setzen und ist damit auch für spezialisierte Pharma- und Kommerzialisierungspartner hochrelevant.
Andreas Kastenbauer, Partner MIG Capital, äußert: „Mit TIBEAY investieren wir in einen vielversprechenden Therapieansatz. Ronopterin adressiert einen biologischen Signalweg, dessen medizinische Relevanz bereits 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin gewürdigt wurde. Als Investor wollen wir mithelfen, eine bislang ungedeckte therapeutische Lücke zu schließen.“
Prof. Dr. John Stover, CMO von TIBEAY, merkt an: „Wir stehen kurz vor einem medizinischen Durchbruch: Ronopterin könnte erstmals eine wirksame Therapie für Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma bieten – eine Patientengruppe, für die es bislang keine zugelassene Behandlung gibt. Ronopterin hat das Potenzial, den neuropsychologischen Zustand und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern”.
Paul Lelieveld, Gründer und Managing Partner von Meneldor, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, mit Athos, MIG Capital und Oost NL gemeinsam an einer bedeutsamen Therapie gegen traumatische Hirnverletzungen zusammenzuarbeiten. Wir bedanken uns für das Vertrauen und die Arbeit, die das Management und alle Beteiligten bislang dafür geleistet haben.“
Über TIBEAY Biosciences
Die TIBEAY Biosciences B.V. ist ein klinisches Biotechnologieunternehmen mit Fokus auf die Entwicklung innovativer Therapien für akute neurologische Erkrankungen. Die Substanz Ronopterin vermindert den sekundären Hirnschadens bei schwerem SHT. Ziel ist es, den neurologischen Zustand und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern. TIBEAY hat seinen Sitz in den Niederlanden und ist europaweit tätig.